Tierwohl als oberstes Ziel

Bianca Winkelmann diskutierte mit Westfleisch-Vertretern

Von Videoüberwachung über Personalmangel bis hin zur Zukunft der Landwirtschaft: Die heimische Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann (CDU) hat nun das Unternehmen Westfleisch am Standort in Lübbecke besucht und dort mit dem Geschäftsführer Christoph Clemens und dem Betriebsratsvorsitzenden Ralf Meisolle eine Vielzahl von Themen diskutiert.

Bundesratsinitiative für Videoüberwachung

Nach der Führung durch den Schlachthof ging es beispielsweise um die Bundesratsinitiative der NRW-Koalition für Videoüberwachung in Schlachthöfen. Anlass waren Verstöße gegen den Tierschutz in einzelnen Schlachthöfen. „Wir wollen mit der Videoüberwachung auf der einen Seite in den Betrieben, wo es Probleme gab, den Tierschutz vorantreiben und auf der anderen Seite die vielen redlichen Betriebe, wo immer schon gut gearbeitet wurde, vor Generalverdächtigungen schützen“, so die Landtagsabgeordnete. Christoph Clemens konnte da nur zustimmend nicken. „Tierwohl und gesunde Tiere“ nannte er als „das oberste Ziel“ des Unternehmens.

Schon jetzt arbeitet Westfleisch in sensiblen Bereichen mit einer Videoüberwachung. „Wichtig ist uns dabei, dass nur die Hände der Mitarbeiter zu sehen sind“, so der Betriebsratsvorsitzende Ralf Meisolle. Niemand solle sich ausspioniert fühlen. „Wir müssen sowohl den Schutz der Tiere nachhaltig verbessern, als auch die Datenschutzrechte der betroffenen Mitarbeiter sicherstellen“, findet auch Bianca Winkelmann und setzt deshalb auf innovative Kameratechnik und Künstliche Intelligenz, die Aufnahmen liefert und auswertet.

Den Landwirten verpflichtet

Christoph Clemens berichtete der agrar- und umweltpolitischen Sprecherin auch von den freiwilligen Audits oder von den diversen Hilfestellungen für Landwirte. „In den vergangenen Monaten haben wir beispielswese rund 600 Landwirte eingeladen und sie darüber informiert, wie sie den Tierschutz beim Verladen der Tiere noch verbessern könnten“, so der Geschäftsführer.

Positiv überrascht zeigte sich der politische Gast angesichts der Mitarbeiterstruktur. „Nur noch die Spitzen werden allenfalls von Leiharbeitern abgefangen. Ansonsten sind alle unsere Mitarbeiter fest angestellt“, berichtete Christoph Clemens und fügte hinzu: „Was die Branche betrifft, gab es in den letzten 20 Jahren teilweise berechtigte Kritik. Aber wir fühlen uns unseren Arbeitern sehr verbunden und freuen uns, dass wir in der vergangenen Zeit rund 100 ehemalige Leiharbeiter fest übernehmen konnten.“

"Eingeschränkter Gesellenbrief"

Angesichts der Tatsache, dass manche Auszubildende Probleme mit den theoretischen Inhalten hätten, praktisch aber gute Arbeit leisten würden, plädierte Christoph Clemens für eine Art „eingeschränkten Gesellenbrief“: „Dann hätten sie etwas in der Händen. Damit wäre ihnen sehr geholfen.“

Bianca Winkelmann nahm den Punkt gerne auf. Gleicher Meinung waren sie sich auch bei der Rolle der Landwirtschaft. „Ökonomie und Ökologie müssen wir verbinden“, so Bianca Winkelmann. Und Christoph Clemens fügte hinzu: „Die Landwirtschaft ist für so viel mehr zuständig als Nahrungsmittel. Sie leistet beispielsweise auch Landschaftspflege. Wir sind jedenfalls stolz auf unsere Landwirte."

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